Die Energiewirtschaft plant in Tirol derzeit viele Großprojekte - im Einzugsgebiet des Nationalparks Hohe Tauern und in vielen Tälern, die dadurch einer immensen Hochwassergefahr ausgesetzt werden. Besonders akut ist die Situation am Inn. Zwischen Stams und Telfs hat der Inn noch ursprüngliche Auwälder und freie naturnahe Strecken. Die "Rietzer und Mieminger Innauen" wurden zum Sonderschutzgebiet erklärt, der höchsten Schutzkategorie Tirols. Doch genau an diesem Abschnitt planen die Innsbrucker Kommunalbetriebe die Errichtung eines Laufkraftwerkes. Durch den Bau des Kraftwerkes würden charakteristische Schotterbänke verschwinden und mit ihnen eine Vielzahl an geschützten Tier- und Pflanzenarten. Auch das Sonderschutzgebiet würde massiv beeinträchtigt, kritisiert der WWF und fordert die Erhaltung dieses Flussabschnitts.
Angesichts des drohenden totalen Ausbaus der letzten österreichischen natürlichen Flüsse und Bäche haben sich die größten Naturschutzorganisationen (WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde, Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, Fischereiverband,
kajak.at und der Alpenverein Edelweiss) zur Plattform Flüsse voller Leben zusammen geschlossen. Das Ziel der Plattform ist der gesetzlich verbindliche Schutz der Flüsse. Denn: "Der totale Ausbau der Wasserkraft kann nur den zusätzlichen Strombedarf der nächsten fünf
Jahre abdecken", so Schreyer. Der WWF und seine Partner treten für Effizienzsteigerung, die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau anderer Erneuerbarer Energieträger ein. Dadurch sollen auch wesentlich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen werden als dies mit dem Ausbau der Wasserkraft möglich ist. Dazu ruft die Plattform Flüsse voller Leben die Tiroler zur Unterzeichnung der Petition auf, die diese Forderungen unterstützt:
www.fluesse-voller-leben.at/petition.